Der Weinberg des Herrn. Epitaph für Paul Eber von Lucas Cranach d.J., 1569, Wittenberger Stadtkirche Paul Eber Johannes Bugenhagen Matthias Flacius Illyricus Martin Luther Johannes Forster Philipp Melanchthon Caspar Cruciger Der Weinberg des Herrn. Epitaph für Paul Eber von Lucas Cranach d.J., 1569, Wittenberger Stadtkirche

Paul Eber (1511-1569)

beschneidet die Reben. Kurzfristig war auch er Lektor des Hebräischen in Wittenberg.

Johannes Bugenhagen (1485-1558)

schafft mit der Hacke Ordnung. Der von Luther wegen seiner Herkunft Dr. Pommer genannte Reformator war an der Bibelübersetzung aus den Originaltexten beteiligt. Sein Sohn lehrte von 1557 bis 1582 an der Leucorea Hebräisch.

Matthias Flacius Illyricus (1520-1575)

wirft die Steine aus dem Weinberg heraus. Er hatte von 1544 bis 1549 den hebräischen Lehrstuhl inne, verließ dann aber Wittenberg, weil er sich mit Melanchthon überworfen hatte.

Martin Luther (1483-1546)

führt die große Harke. Seine Übersetzung der Heiligen Schrift basiert auf der lateinischen Vulgata, wird aber an den hebräischen und griechischen Originaltexten überprüft.

Johannes Forster (1496-1558)

schüttet das frisch geschöpfte Wasser in den aufgelockerten Boden. Der Nachfolger Crucigers als Prediger an der Schloßkirche übernahm den hebräischen Lehrstuhl von dem im Streit geschiedenen Flacius.

Philipp Melanchthon (1497-1560)

schöpft am Brunnen frisches Wasser. »Ad fontes« war die Losung, die der Praeceptor Germaniae ausgab. Er lehrte nicht nur die griechische, sondern vertretungsweise auch die hebräische Sprache an der Leucorea.

Caspar Cruciger (1504-1548)

schlägt einen neuen Stock für die Reben ein. Er zählte zum Kreis der Gelehrten, die Luther bei der Revision der Bibelübersetzung assistierten.

Indem Cranach für seine Darstellung der Reformatoren auf das Motiv des Weinbergs zurückgreift, spielt er auf die Bannandrohungsbulle »Exsurge Domine« Pabst Leos X. vom 15. Juni 1520 an, in der Luther und seine Anhänger mit einem Wildschwein und Füchsen verglichen wurden:
»Herr, stehe auf und richte deine Sache, sei eingedenk der Schmähungen, die von den Unweisen täglich ergehen, neige deine Ohren zu unserem Flehen. Denn es sind Füchse aufgestanden, die sich unterwinden, deinen Weinberg zu verwüsten, dessen Kelter du allein getreten hast, und als du zu dem Vater im Himmel hast wollen fahren, desselben Weinbergs Sorge, Regierung und Verwaltung dem Petro als einem Haupt, und deinen Statthaltern, seinen Nachfolgern gleichermaßen als der triumphierenden Kirche befohlen hast. Denselben Weinberg unterwindet sich zu verderben ein wildhauend Schwein aus dem Walde, und ein sonderlich wildes Tier, ihn zu verzehren.« (Übersetzung von Johann Georg Walch, 1745)
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